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Sternanis

Sternanis, ©Stephan Becker, Brüssow

Name dt.

Sternanis

 

Name lat.

Illicium verum

 

Familie dt., lat.

Sternanisgewächse/ Illiciaceae (Schisandraceae)

 

Drogenbezeichnung

Anisi stellati fructus

 

Synonym/volkskundlicher Name

Badian, Echter Sternanisbaum, Sternanisfrüchte

 

Herkunft/Anbaugebiete

Der Sternanisbaum wächst nur in Kultur und wird in China und Vietnam angebaut.

 

Inhaltsstoffe

5 - 9 % ätherisches Öl (bis zu 90 % trans-Anethol), ca 20 % fettes Öl, Lipide (Phosphorlipide, Sterole, Glykolipide), Flavonoide (Rutin), Kaffeesäureester, Gerbstoffe

 

Verwendung

Hauptnutzung des Sternanis ist die Gewinnung des ätherischen Öls. Daraus wird der Aromastoff Anethol isoliert und vielseitig als Aromastoff angewendet. Eine andere wichtige Hauptnutzung ist die Gewinnung von Shikimisäure (siehe unter "Sonstiges").

Sternanis ist ein beliebtes Gewürz in der Weihnachts- und Winterzeit. Es ist Zutat in Glühwein, Spekulatius und anderen Spezereien. In der chinesischen Küche ist es Bestandteil in vielen Gewürzmischungen und Currys. In kleinen Mengen wird es bei der Likörherstellung beigemischt. Ist volksheilkundlich ein Arzenimittel gegen grippale Infekte, Erkrankungen der Atemwege und gegen Verdauungsbeschwerden. Sternanis fördert auch die Milchbildung (östrogenähnliche Wirkung). Der Geruch des ätherischem Öl´s kann Insekten und Ungeziefer abwehren. Als Phrophylaxe und Abwehr gegen vielerlei Virusinfektionen (grippale Infekte, Gripep) soll Sternanis hilfreich sein.

 

Medizinische Wirkung

Das trans-Anethol (ätherische Öl) im Sternanis wirkt antibakteriell, auswurffördernd, stark spasmolytisch, schleimlösend und zum Teil antiviral (u.a. gegen einige Herpes-Viren). Die enthaltene Shikinmisäure verhindert die Vermehrung von Bakterien und Viren. Bei spastischer Enterokolitis oder ashmatischer Bronchitis (spastischer Husten) wirkt Sternanis auch in geringer Dosierung stark entkrampfend.

Auch das Flavonoid Rutin wirkt krampflösend, entzündungshemmend und stabilisierend auf Blutgefäßwänden.

Die Sternenanisfrüchte und das Sternanisöl (stark verdünnt) sind ein sehr "sanftes" Therapeutikum ohne Nebenwirkungen und können auch gut bei Kindern einegsetzt werden. Tisserand warnt allerdings vor dem Einsatz zu hoher Dosen und einer langfristigen Anwendung, weil in Tierversuchen das trans-Anethol bei Anwendung von extrem hohen Dosen krebserregend wirkt. Es ist daher in vielen Kosmetika nicht mehr enthalten. In einigen Zahnpasten ist Anethol als Aromatikum enthalten.

 

Geschmack/Geruch

Der Geschmack ist aromatisch, süßlich und erinnert an Fenchel und Anis. Das Aroma ist aber feiner als bei diesen. Der Geruch ist anisartig (trans-Anethol).

 

Verhalten, Eigenschaften bei der Destillation

Das Destillat ist mild-aromatisch und süßlich im Geschmack.

 

Verhalten, Eigenschaften bei der Mazeration

Das Mazerat schmeckt herb, aromatisch und süßlich brennend.

 

Sonstiges

Seit mindestens 3000 Jahren in China als Gewürz bekannt, kam es im 16. Jahrhundert von den Philippinen über London nach Europa. Urspünglich lieferte Sternanis den Ausgangstoff für das Grippemittel Tamiflu (Shikimisäure).

Der nahe verwandte und im Geruch und Aussehen ähnliche Japanische Sternanis, Illicium anisatum, wird in Japan traditionell als Räucherwerk verbrannt. Er ist nicht als Gewürz geeignet, weil er giftig ist und Leber, Nieren und Blase dauerhaft schädigen kann. Teilweise ist es durch ungewollte Vermischungen von Echtem mit Japanischem Sternanis zu Vergiftungen gekommen.

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